Second Hand Mode kaufen: Tipps für deine Vintage-Shoppingtour!

Nachhaltig und bewusst mit meinem Modekonsum umgehen- geht das? Erste Schritte sind natürlich, nur noch bei fairen Mode-Marken zu kaufen oder auch einfach mal auf den Konsum von neuer Kleidung zu verzichten. Doch wenn es mal was „Neues“ sein soll, ist Second Hand Mode das Richtige für den bewussten Shopper! Um vielleicht auch einem von euch den “Ausstieg” aus der Fast Fashion Welt etwas zu erleichtern, möchte ich im heutigen Beitrag meine Tipps für’s Second Hand Shopping mit euch teilen!

Fashion Liebhaber, die sich in der Tiefe mit dem Thema beschäftigen, wissen es leider schon lange: Die Modeindustrie ist eine der umwelt- und menschenfeindlichsten ist, die es gibt. Wer glaubt, dass ein 5-Euro Shirt einer Näherin lebenswürdige Umstände ermöglicht, belügt sich selbst. Nachhaltige Kleidung – zumindest neuwertige – muss ihren Preis haben und transparent gehandelt werden, um möglichst fair für alle Beteiligten zu sein. Leider kann das aber bedeuten, dass die Anschaffung neuer (und nachhaltiger) Kleidung ein Privileg ist, dass sich nur gut verdienende Menschen leisten können. Sind wir darum dazu verurteilt, weiterhin bei Zara, KiK und Co einzukaufen, um uns neue Kleidung leisten zu können, wenn wir sie brauchen?

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Nachhaltige Mode geht auch günstig

Nicht unbedingt! Denn auch für kleine Geldbeutel ist ein nachhaltigerer Umgang mit Mode möglich – hier kommt der Second Hand Einkauf ins Spiel! Kleidung aus zweiter Hand zu Kaufen bringt sowohl preislich aus auch der Umwelt einen großen Vorteil: Auch wenn viele Kleidungsstücke im Vintage Laden von H&M, Zara und anderen Fast Fashion Läden kommen, sind sie eben bereits schon “auf der Welt”. Es müssen also keine neuen Sachen für den Second Hand Kauf produziert werden. Für die Umwelt stellt das die geringste Belastung dar. Der Preisvorteil liegt bei dieser Art des Shoppings ebenfalls auf der Hand, und mit ein paar Kniffen lassen sich im Second Hand Laden echte Schätze entdecken!

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Second Hand Einkaufen: 7 Tipps für die beste Ausbeute!

1. Sieh dich im gesamten Laden um!

Männer, Frauen, Wäsche, Accessoires – Gib jeder Abteilung im Second Hand Laden eine Chance. Du wirst überrascht sein, wie viele passende Kleidungsstücke sich an Stellen verstecken, an denen man sie nicht vermuten würde. Ich habe beispielsweise einmal eine Leder-Shorts in der Männerabteilung im Kilo-Shop vom Deutschen Roten Kreuz entdeckt. Und ein ausgedienter Morgenmantel kann mit dem richtigen Styling auch einfach zur Kimono-Jacke umgestyled werden.

2. Ignoriere die Etiketten

Beim Second Hand Shopping sind Größenangaben oft nur Fantasie! Je nach Label fallen Größen nämlich  unterschiedlich aus, sodass die Information oft nicht so aussagekräftig ist. Zudem haben sich Größenangaben über die Zeit auch verändert, sodass gerade bei älteren Klamotten das Etikett keine Aussagekraft mehr hat. Auch Marken sind im Second Hand Laden eigentlich nicht so wichtig. Aber: Wenn du ausschließlich Marken shoppen möchtest, gibt es auch extra Luxus Vintage Stores, die ihre Auswahl im Laden kuratieren. In Hamburg findet man zum Beispiel Secondella in den Hohen Bleichen, oder Prelovee in München. Wer nicht in einer Großstadt shoppen gehen kann / möchte, findet online ebenfalls Shops wie Rebelle oder Vestiaire Collective.

3. Nimm’ dir Zeit!

Eben mal schnell ein Shirt mitnehmen, und dann wieder raus aus dem Laden? Das klappt bei H&M, wo man die Auswahl aus dem Katalog kennt, aber leider nicht im Second Hand Shop. Hier lohnt es sich, wirklich abzutauchen und jede Kleiderstange und jedes Kleidungsstück auf sein Potential zu scannen, siehe Punkt 1. Dabei ist es ratsam, für einen ausgedehnten Besuch im Vintage Store richtig angezogen zu sein; je einfacher du dich für Anproben umziehen kannst und je gemütlicher dein Outfit, desto besser. So wirfst du nicht schon nach 5 Minuten zwischen den eng behangenen Kleiderstangen das Handtuch.

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4. Alle Funde auf Fehler untersuchen

Du hast deine ersten Schätze entdeckt? Super! Jetzt werden die Kleidungsstücke und Accessoires erst einmal inspiziert. Findest du Löcher, ausgefranste Stellen oder Flecken daran, solltest du das Teil lieber hängen lassen – es sei denn, du kannst den Schaden zuhause selbst beheben. Aber bei irreparablen Fehlern kannst du dir den Ärger und das Geld für das Upcycling dieses Kleidungsstücks besser sparen.

5. Vermeide Innenstädte, um Geld zu sparen.

Wenn es dir besonders wichtig ist, beim Kauf deiner Kleidung Geld zu sparen, empfehle ich dir, die Läden in der Innenstadt zu meiden. Denn die sind meist kuratiert, d.h. der Ladenbesitzer hat selbst viel Zeit investiert, um eine Auswahl der Mode in seinem Geschäft zu treffen. Und muss höchstwahrscheinlich eine beachtliche Miete für den Laden zahlen, die sich im Preis seiner Kleidungsstücke widerspiegelt. Kleinere Second Hand Läden am Rande der Stadt, Kilo-Shops vom Deutschen Roten Kreuz oder Second Hand Ware bei der Diakonie sind hingegen günstiger – der kleine Geldbeutel freut sich! Wer es trendy mag, kann aber gerne einen Blick in die Shops innerhalb der City werfen.

6. Gehe mit einer groben Idee einkaufen

Ohne Plan in den Second Hand Laden zu gehen kann bedeuten, dass du säckeweise Klamotten mit nach Hause bringst! Die kleinen Preise können verlockend sein, aber am Ende ist es ein bisschen wie bei anderen Impuls-Käufen; daheim weiß man gar nicht mehr, warum man das Teil überhaupt mitgenommen hat. Eine ungefähre Idee dessen, was du im Laden suchst, hilft bereits bei der Auswahl. Auch wenn man wahrscheinlich nicht genau das findet, was man sucht, ist man häufig nah dran. Ich habe zum Beispiel zuletzt nach einem schwarzen Rollkragenpullover gesucht und einen navyblauen gefunden. Auch cool!

7. Wer nähen kann, ist klar im Vorteil!

Erinnerst du dich an Punkt 2, und dass Größen keine Rolle spielen? Das gilt besonders bei Teilen, die etwas zu groß sind. Denn sehen wir es doch ein; Meist geben “Muttis” ihre ausgediente Kleidung in diesen Läden ab, und eher selten die hippen Youtube-Mädels mit Größe 36. Doch mit einer Nähmaschine werden Hosen, Kleider und Röcke schnell zum maßgeschneiderten Teil. Ich habe letztens erst einen süßen Rock mit Knopfleiste und eine schwarze Hose aus Schurwolle aus dem Second Hand Laden auf meine Größe heruntergetrimmt. Auch abgerissene Knöpfe sind mit einigen Handgriffen schnell wieder angenäht. Kleine Änderungen sind auch mit Anfängerkenntnissen im Nähen schnell gemacht und können die Ausbeute im Second Hand Laden deutlich vergrößern!

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Second Hand Mode einkaufen – Nachhaltig und günstig

Wie ihr seht, bin ich ein sehr großer Fan von Vintage Läden! Der Vorteil ist, dass man nicht nur besonders nachhaltig und günstig seiner Fashion Sucht frönen kann. Meist finden sich hier auch einzigartige Kleidungsstücke, die dem eigenen Style das gewisse Etwas verleihen. So ensteht dank Second Hand Kaufen ein ganz eigener Look, den sich niemand so einfach in den Fast Fashion Läden nachkaufen kann!

Was sind deine heißen Tipps für die Vintage-Shoppingtour? Verrate es mir in den Kommentaren!

P.S.: Du hast gerade deinen Kleiderschrank aussortiert und möchtest nun Kleidung verkaufen? Hier findest du Tipps, wie du deine Kleider online noch besser verkaufst! 

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