Veganes Leder und nachhaltige Fasern: Kennst du schon diese plastikfreien Stoffe?

„Veganes Leder“ und nachhaltige Stoffe sind in der Modewelt derzeit hoch im Kurs. Doch häufig versteckt sich hinter den gängigen Marketing-Begriffen einfach nur eins: Plastik. Welche veganen Alternativen es auf dem Markt gibt, die auch ohne Plastik auskommen, verrate ich dir im heutigen Beitrag.

Baumwolle, Leinen und Hanf sind den Meisten sicher bereits geläufig, wenn es um pflanzliche Fasern in der Textilherstellung geht. Aber hier hört die Vielfalt der nachhaltigen Textilien noch lange nicht auf! Wem Umwelt und Tierwohl am Herzen liegen, der wird sich über vegane Alternativen für Leder und Synthetikfasern wie Elasthan oder Polyester sehr freuen. Mittlerweile gibt es viele innovative Textilien, die die Eigenschaften von Leder oder Stretch-Materialien imitieren, dabei aber nicht dieselben Probleme wie ihre Vorbilder bei der Herstellung verursachen. Einige nachhaltige Fasern, die du vielleicht noch gar nicht kennst, stelle ich dir heute vor.

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Veganes Leder aus Ananas, Rhabarber und Pilzen

Die bekannteste Alternative ist vermutlich veganes Leder. Unternehmen, die Greenwashing betreiben, würden darunter einfach Kunstleder, also Plastik, verstecken. Aber es gibt tatsächlich Lederimitate, die aus pflanzlichen Stoffen hergestellt werden.

Das erste vegane Leder, das ich je kennengelernt hatte, war Piñatex. Dieses wird aus Ananas hergestellt, besser gesagt aus den Blättern, die an der Frucht oben herauswachsen. Die Blätter würden normalerweise im Abfall landen – stattdessen fand man eine gute Möglichkeit, aus demselben Anbau von Ananas gleich zwei Einnahmequellen zu generieren, ohne zusätzliche Fläche oder Pflanzen bewirtschaften zu müssen. Bei der Marke Nae gibt es Schuhe aus Ananasleder zu kaufen, aber auch global Player wie Puma stellen schon erste Modelle aus der nachhaltigen Lederalternative her.

Lederähnliche Textilien gibt es inzwischen auch schon aus Rhabarber, Äpfeln, Kaffee oder aus Pilzen. Letzteres setzt das deutsche Unternehmen Zvnder ein und stellt aus „Fungiskin“ Geldbörsen oder Cappies her. Auch bei Stella McCartney wird Pilzleder für Kleidung und Accessoires eingesetzt. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere vegane Leder, zum Beispiel aus Kork oder auch Kaktus. Einige Nischenmarken arbeiten bereits mit diesen alternativen Materialien – hier gilt es, nach optischer Präferenz die beste Wahl für sich selbst zu treffen und sich an dem neuen Teil aus „Leder“ zu erfreuen!

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Stretch-Material ohne Plastik

Stretch-Stoff ohne Plastik, geht das? Wer nach dem Begriff COREVATM-Denim sucht, wird zu dem Thema fündig. Statt Elasthan einzusetzen, wird auf Naturkautschuk zurückgegriffen, um die Dehnbarkeit von Jeans-Stoffen zu gewährleisten. Bei Hessnatur findet sich die erste Denim-Kollektion aus komplett natürlichem, biologisch abbaubarem COREVATM-Denim. Das bedeutet, dass die Jeans-Modelle nicht auf ewig in Müllhalden liegen bleiben, sondern kompostiert werden können – natürlich erst, nachdem sie über Jahre mit Vorliebe getragen wurden!

Der Hersteller von Lycra selbst bemüht sich ebenfalls um eine umweltfreundlichere Stretch-Alternative, die auf erdölbasierte Materialien verzichtet; Aus Mais wird naturbasiertes Elasthan hergestellt, was die herkömmliche Produktion aus Erdöl ersetzen könnte. Auch aus Zucker, der aus recycelter Baumwolle gewonnen wird, lässt sich das dehnbare Material herstellen. Unternehmen wie Wolford oder C&A nutzen bereits die biologisch abbaubaren Alternativen und reduzieren somit den negativen Impact auf die Umwelt.

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Innovative Fasern aus Rosen und Kaffee

Im Online-Shop Like a Bird findest du weitere Alternativen zu Kunstfasern oder den gängigen Naturfasern Baumwolle, Leinen und Co. Besonders spannend klingt für mich die Rosenviskose. Viskose ist an sich bereits eine pflanzliche Alternative zur Seide, denn sie wird aus Cellulose hergestellt. Bei Rosenviskose werden Viskosefasern, recycelte Baumwolle und Rosenfasern miteinander verwoben, um ein angenehm weiches Textil zu erzeugen. Am Ende der Tragezeit eines Kleidungsstücks aus Rosenviskose kann dieses einfach kompostiert werden und verursacht so keinen Abfall.

Im selben Shop findest du auch Kaffeekarbon, bei dem aus Kaffeeabfällen ein Stoff hergestellt wird, der einen UV-Schutz bietet, schnell trocknet und desodorierend wirkt. Das macht Kaffeekarbon zu einer guten Alternative für Sportmaterialien, die ja häufig aus synthetischen Fasern bestehen und bei der Herstellung, sowie mit jedem Waschgang, Plastik in die Umwelt spülen.

Kanntest du die genannten veganen Leder und nachhaltigen Fasern schon, oder konntest du heute neue Materialien kennenlernen? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!

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