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Warum ist Ausmisten so schwer? 5 Gründe und Tipps, wie es leichter fällt

Ich bin dieses Jahr auf der Mission, mein Zuhause radikal auszumisten – so zumindest der gute Vorsatz, den ich Anfang des Jahres gefasst habe. Seitdem habe ich zwar einige Dinge aussortiert und wenn es möglich war, wiederverwertet. Aber der große Wandel ist in meiner Wohnung noch nicht eingetreten, und im Alltag schafft man nicht so viel wie gewünscht… Warum ist es nur so schwierig, richtig auszumisten – und wie kann man es trotzdem schaffen?

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Ausmisten ist schwer – Darum lohnt es sich trotzdem

Falls du sehr viele Dinge besitzt, und deine Wohnung regelmäßig im Chaos versinkt, fühlt sich das vermutlich nicht so gut für dich an. Damit bist du nicht allein: Umfragen mit Probanden aus den USA und Kanada zeigten, dass Unordnung das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt. Das kann sogar so weit führen, dass man sich im eigenen Zuhause nicht mehr zuhause fühlt; damit kann einhergehen, dass man sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr entspannt, sicher und geborgen fühlt.

Diese Unsicherheit kann sich über die eigene Wohnung hinaus auch in andere Bereiche des Lebens ausweiten und einen anfälliger für Stress-Faktoren im Alltag machen. Sogar auf der Arbeit kann Unordnung zu mehr Stress, Unzufriedenheit und emotionaler Ermüdung führen. Interessant ist auch, dass insbesondere Frauen mit einem erhöhten Stress-Level auf Unordnung reagieren.

Es lohnt sich also, sich der Unordnung anzunehmen und auszumisten. Aber obwohl wir vermutlich alle wissen, dass das eine gute Idee wäre, fällt es uns schwer, Dinge ganz radikal auszumisten. Woran das liegt, und wie das Ausmisten trotzdem leichter fallen kann, liest du hier:

Zu hohe Erwartungen

Wenn wir uns vornehmen, unsere komplette Wohnung auszumisten, nehmen wir uns ganz schön viel vor! Man hat das ehrgeizige Ziel, z.B. bis Ende des Jahres den kompletten Haushalt zu entrümpeln. Bald merkt man aber, dass der Alltag dazwischen kommt, man nicht so viel Zeit für die Aufgabe hat wie gedacht. Man kommt nicht so schnell voran wie gewünscht und gibt es am Ende dann doch auf, denn “es hat ja eh keinen Sinn”.

Der hohe Erwartungsdruck an einen selbst kann ein großes Hindernis beim Ausmisten sein. Doch die “Alles oder Nichts”-Mentalität macht es nur unnötig schwer, mit dem Ausmisten zu beginnen. Gehe stattdessen wie bei jedem anderen großen Ziel in deinem Leben vor: Unterteile deine Aufgabe in viele kleine Meilensteine.

  • Stell dir jeden Tag einen 5-Minuten-Timer, in dem du alle Sachen aufsammelst und aussortierst, die dir ins Auge fallen
  • Nimm dir einmal die Woche Zeit, um 1 Kategorie in deinem Haushalt auszumisten: Make-Up, Küchenutensilien, Magazine, etc.
  • Schreibe in deinen Kalender, wann du z.B. zum Recycling-Hof oder zum Second Hand Laden fahren willst, um deine aussortierten Dinge wegzubringen. Damit hast du eine Deadline, auf die du hin arbeiten kannst.
  • Klopf dir selbst auch einfach mal auf die Schulter, wenn du wieder eine neue Kategorie oder gar ein ganzes Zimmer ausgemistet hast! Erfolge muss man feiern 🙂

Ausmisten ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Nimm dir lieber jeden Tag ein bisschen Zeit, statt eine Mammut-Aufgabe auf einmal bewältigen zu wollen. Du wirst sehen, dass du langfristig mehr schaffen wirst!

Emotionale Bindung

Ausmisten wäre nicht so schwer, wenn wir Dingen nicht so viel emotionale Bedeutung zuschreiben würden. Jeder kennt diese Dinge: das Hochzeitskleid, das Teeservice der Großmutter, die CD’s vom Ex, eine Zeichnung des Kindes, die Jeans, in die man einmal herein gepasst hat …

Wir halten aus den unterschiedlichsten emotionalen Gründen an Dingen fest, die uns im Alltag nichts mehr geben. Das kann z.B. sein, weil wir mit diesem Gegenstand in schönen Erinnerungen schwelgen möchten, oder weil wir damit das Andenken an eine bestimmte Person ehren möchten. Manchmal kann es auch sein, dass wir an Dingen festhalten, weil sie mit dem Bild von dem Selbst übereinstimmen, das wir gerne wären (Marissa von A to Zen Life nennt das ein “Fantasy Self”).

Um das Ausmisten von emotionalen Dingen einfacher zu machen, sollte man mit Kategorien starten, bei denen der emotionale Ballast nicht so hoch ist: Dokumente auszumisten fällt den Meisten leichter, als mit emotionaleren Dingen wie Fotos oder ähnlichem zu beginnen.

Weitere Tipps, um die Trennung von emotionalen Gegenständen zu vereinfachen:

  • Lass dir Zeit: Sei achtsam mit den Dingen, bei denen du eine große emotionale Bindung spürst. Du musst nicht alles auf einmal wegwerfen, du musst nicht radikal sein.
  • Trenne deine “Keeps” von den “No’s”: Es ist meist leichter zu identifizieren, was man auf jeden Fall behalten möchte, und was man wirklich ausmisten sollte (z.B. Kaputte oder verschmutzte Dinge, Verpackungen). Besonders wichtige Stücke kannst du in einer Erinnerungs-Box aufbewahren.
  • Lass es zu, dass die Trennung von bestimmten Gegenständen weh tun kann. Es ist okay, traurig darüber zu sein, loszulassen. Wenn du deinen Gefühlen Raum gibst, anstatt sie zu unterdrücken, wird es langfristig einfacher, auszumisten.
  • Mach dir klar, dass es in Ordnung ist, sentimentale Gegenstände auszumisten. Denn nur, weil sie dir früher Freude gebracht haben, heißt es nicht, dass sie nun auf ewig bei dir bleiben müssen.

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Der Sunk Cost Bias

Hast du schon einmal ewig lange Schlage für etwas gestanden und bist aus Prinzip geblieben, weil du ja bereits so lange angestanden hast? Das ist der Sunk Cost Bias in Aktion: Wir halten an etwas fest, das uns nichts nützt, weil wir bereits in der Vergangenheit so viel darin investiert haben.

Das Gleiche trifft auch auf viele Gegenstände in unserem Haushalt zu. Wer hat nicht schon an einem Kleid oder einem Paar Schuhe festgehalten, die man nie getragen hat, weil sie sooo teuer waren?

Ausmisten fällt so schwer, weil psychologische Effekte wie der Sunk Cost Bias uns von einer rationalen Entscheidungen abhalten. Hier kann es helfen, sich bewusst zu machen, dass das Festhalten an teuren Gegenständen den Kauf nicht rückgängig macht. Das Geld ist weg; den Gegenstand zu behalten macht das auch nicht wieder wett.

Beobachte, was diese Erkenntnis mit dir macht. Empfindest du Schuldgefühle, Ärger, Reue? Diese Gefühle werden unterbewusst immer wieder hochkommen, wenn du den Gegenstand siehst. Und das raubt dir im Alltag unnötig Energie.

Wenn du noch nicht bereit bist, einen teuren Gegenstand los zu lassen, dann setze dir eine Deadline: “Wenn ich den Gegenstand bis … nicht benutzt habe, darf er gehen”. So gibst du dir die Chance, etwas doch noch zu verwenden – und die Erlaubnis, das Objekt ab einem bestimmten Zeitpunkt auszumisten.

Ist das Teil noch gut in Schuss, kannst du es auch wieder zu Geld machen, in dem du es verkaufst. So tut die Trennung von einem teuren Teil auch weniger weh 🙂

Geschenke ausmisten

Ähnlich wie bei sentimentalen Gegenständen kann auch das Ausmisten von Geschenken schwer fallen. Schließlich hat sich jemand Gedanken gemacht und möglicherweise viel Geld ausgegeben, um uns das Geschenk zu machen. Doch wenn dieses nur noch als Staubfänger in deiner Wohnung herumsteht, ist die Zeit gekommen, sich vom Geschenk zu verabschieden.

Laut Marie Kondo* ist der Zweck eines Geschenks in dem Moment erfüllt, in dem es der beschenkten Person überreicht wird. Wenn das Geschenk darüber hinaus weder Freude noch Sinn für dich bringt, dann erlaube dir, es auszumisten.

Und wenn ich es doch einmal brauche?

Es ist normal, dass man beim Ausmisten Angst hat, etwas wegzugeben, das man vielleicht doch noch brauchen könnte. Wir alle haben Gegenstände schon einmal behalten, “nur für den Fall, dass … “.

Doch dieser Fall tritt meistens nie ein. Ähnlich wie beim Punkt zum Sunk Cost Bias können beim Festhalten an solchen Gegenständen viele negative Emotionen aufkommen. Beim Betrachten der Menge an Krempel können Frust, Überforderung und ähnliche Gefühle aufkommen, die wir uns einfach sparen können, wenn wir nur den Mut haben, loszulassen.

Überlege dir stattdessen, wie sich dein Zuhause anfühlen würde ohne diese “nur für den Fall”-Gegenstände; spürst du Leichtigkeit, Freiheit, vielleicht sogar Freude? Lade diese Gefühle in dein Leben ein, indem du ungebrauchte Besitztümer aussortierst.

Ausmisten kann eine Möglichkeit sein, sich von unnötigen Belastungen zu befreien und Freiraum für Neues zu schaffen. Und falls tatsächlich doch der Fall eintritt, dass du einen aussortierten Gegenstand wieder brauchst, kannst du ihn auch wieder neu anschaffen – nobody’s perfect!

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Fällt dir Ausmisten schwer?

Stehst du auch vor der Herausforderung, deine Wohnung mal ordentlich zu entrümpeln? Und hast du vielleicht weitere Tipps, wie man die Aufgabe bewältigt? Verrate es mir gerne in den Kommentaren!


Kommentare

2 Antworten zu „Warum ist Ausmisten so schwer? 5 Gründe und Tipps, wie es leichter fällt“

  1. […] Warum fällt uns Ausmisten so schwer? Hier gibt’s 5 Gründe – und Tipps, wie es leichter fällt. […]

  2. […] von uns kann Ausmisten schwerfallen. Manchmal weiß man erst gar nicht, wo man anfangen soll und ob man bestimmte Dinge nicht doch […]

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